All meine Projekte, die sich gerade auf meinem Tisch stapeln, in meinem Kopf Karussell fahren und mir bei jedem neuen Gericht, das in meiner Küche entsteht, durch den Kopf gehen, haben eines gemeinsam: Genuss.
Schon als kleiner Junge verbrachte ich im Urlaub Stunden im Garten meiner Grossmutter. "Grossi", wie wir sie nannten. Ich rupfte Kräuter, wusch Erdbeeren, durfte Kartoffeln schälen und staunte, wie aus all dem Grün und Bunt am Ende etwas Duftendes, Wärmendes, Köstliches wurde. Kochen war Magie. Und ich? Ich war ihr kleiner Zauberlehrling.
Mit vier Jahren – ja, vier! – erklärte ich meiner Mutter, dass wir nicht einfach aus den Pfannen am Tisch essen können. "Schau mal, Mama", sagte ich und zeigte auf die Teller mit Blumenranken, die sonst nur an Weihnachten auf den Tisch kamen. "Ist doch viel schöner so!" Ich bestand darauf. Wir assen von nun an schöner.
Mittlerweile schaut mir Grossi von irgendwo da oben über die Schulter – hoffentlich mit einem zufriedenen Lächeln. Meine Mutter? Sie ist im Altersheim. Früher beriet sie Menschen bei Rosenthal, wenn es um die schönsten Teller der Welt ging. Geschirr war ihre Leidenschaft. Genuss war meine.
Und heute? Heute spinne ich meine Projekte weiter. Ich liebe es, Menschen zu vernetzen, die diesen Genuss, die Kulinarik, die Geschichten hinter den Gerichten so sehr lieben wie ich. Denn am Ende ist es doch das, was bleibt: gutes Essen, ein grosser Tisch, gemeinsame Erinnerungen.